Wer den Kochlöffel schwingt ….

Frisches Obst und Gemüse verlockt zum Kochen

… lebt oft gesünder. Doch immer weniger Menschen in Deutschland kochen sich ihr Essen selber. Das hat gesundheitliche Folgen.

Wer sich Küchenausstellungen, Küchenkataloge und Kochsendungen im Fernsehen anguckt, könnte meinen, Deutschland sei ein Land von Meisterköchen. Da blitzen High Tech Küchen in Chrom und Edelstahl, Haushaltswarenläden sind zu Design-Tempeln mutiert und Kochbücher können ganze Buchläden füllen. Doch mit dem alltäglichen Küchengeschehen hat all das wenig zu tun. Im Gegenteil. Der 13. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung stellt ernüchternd fest: Selbst Gekochtes kommt immer seltener auf den Tisch. In vielen Haushalten sind Convenience-Produkte, also die hoch verarbeiteten Bequemlichkeits-Lebensmittel, normaler Standard. Gerade die Altersgruppe der 14 bis 25-Jährigen liebt’s bequem und schnell, sieben Prozent der jungen Frauen zwischen 18 und 29 Jahren können gar nicht kochen. Das ändert sich erst ein wenig, wenn Kinder kommen: In der Altersgruppe der ein- bis vierjährigen Kinder ist die Versorgung mit frischen Lebensmitteln am besten.

Diese Entwicklung ist zwar verständlich– schließlich sind die Zeiten vorbei, als Mutti mit frisch gekochtem Mittagessen auf die Kinder wartete. Der Mehrfachspagat zwischen Beruf, Kita, Schule und Haushalt ist oft nur mit Zeit sparenden Fertiggerichten zu schaffen. Die gesundheitliche Kehrseite ist: Fertiggerichte enthalten mehr Salz, Fett (darunter gesundheitlich bedenkliche Transfette) und Zucker als selbst Gekochtes. Liebhaber von Convenience-Produkten essen weniger Obst, Gemüse, Pilze und Hülsenfrüchte und sie sind häufiger übergewichtig.

Michael Pollan, ein amerikanischer Wissenschaftsautor, rät in seinen „64 Grundregeln ESSEN“: „Essen Sie nichts, worauf mehr als fünf deklarierte Zutaten stehen.“ Sehr viele Bequemlichkeits-Lebensmittel fallen damit schon mal unter den Tisch.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 13. Ernährungsbericht, 2017